Jubiläen im Jahr 2015

Im vor uns liegenden Jahr 2015 gibt es mehrere Anlässe zur Rückschau und zum Gedenken:
Vor 200 Jahren –  Willerstedt kam im Ergebnis des Wiener Kongresses zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Für unsere Vorfahren endeten damit 470 Jahre Untertänigkeit bei der Ritterfamilie von Witzleben (Wendelsteiner Linie) und ab 1623 als kursächsisches Wendelsteiner Amtsdorf.
Der Wiener Kongress, der im Herbst 1814 nach der ersten Abdankung Napoleons begann und nach fast neunmonatiger Dauer im Juni 1815 vor dem Hintergrund der endgültigen Thronentsagung des Korsen endete, war ein großangelegter Versuch, Europa nach einen Vierteljahrhundert unablässiger Kriege eine stabile Friedensordnung zugeben.
Der Weimarer Herzog Karl August fuhr als „Ernestiner“ in die Kongressstadt mit „Intentionen“ auf das albertinische Sachsen. Seine Schwiegertochter Maria Pawlowna, eine Schwester des Zaren Alexander I., war auch zu gegen. Die Vision war durchaus ehrenhaft, aber entsprach nicht der Realpolitik. Dennoch ging er nicht leer aus. Dank seiner Verdienste im napoleonischen Befreiungskampf und seiner russischen Verwandtschaft wurde Karl August im 1. Halbjahr 1815 „Großherzog von Sachsen-Weimar“. Nach dem Vertrag von Wien trat der Preußische König an den neuen Großherzog umfangreiche Distrikte und Gebietsteile ab, so dass sich die Landesfläche ungefähr verdoppelte. Die Enklave Willerstedt wechselt noch im Jahr 1815 zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Dies war ein bedeutendes historisches Ereignis für die Einwohner von Willerstedt, über das man reden muss. In Vorbereitung ist ein geschichtlicher Nachmittag am Sonnabend, den 28. Februar 2015 – Beginn 14:30 Uhr - zu dem Thema: 200 Jahre Willerstedt im Weimarer Land und in Thüringen.  Veranstalter ist der Heimatverein und die Ortsgruppe der Landsenioren.
Der Maler und Grafiker Hans J. Tempel aus Roßleben wird zum obigen Thema sprechen. Er ist ein gebürtiger Wendelsteiner und ein exzellenter Heimatforscher.
Eine kleine Ausstellung von Dokumenten und Landkarten wird vorbereitet. So ist z. B. die Enklave Willerstedt gut in der Karte des Amtes Eckartsberga von 1757 zu erkennen.

Vor 20 Jahren - Am 2. September 1995 wurde das Heimatmuseum Willerstedt eröffnet.
Gebaut wurde das kleine Häuschen 1951 als Feuerwehrgerätehaus und wurde ab 1994 umfassend saniert sowie mit wertvollen Exponaten ausgestattet. Hierbei leistete der Heimatverein eine immense Arbeit und fand viele Unterstützer, selbst über die Dorfgrenzen hinaus.
Zur Einweihungsfeier waren etwa 200 Besucher gekommen. Danach konnte man bei Blasmusik, Kaffee und selbstgebackenen Kuchen einen schönen Nachmittag erleben. Am Abend war Tanz auf dem Saal. Noch heute vermittelt das Museum eine interessante „Reise“  in die Vergangenheit. Jedoch in der Betreuung des Museums wäre ein Generationswechsel angebracht.

Vor 10 Jahren – Die grundhafte Erneuerung der Oberreißener Straße in Willerstedt wurde von August 2004/Juni 2005 durchgeführt. Der Ausbau erstreckte sich von der Kreuzung der Landstraße nach Buttstädt bis zum Ortsausgang Richtung Oberreißen. Dort wurden auf einer Länge von 400 Metern Kanal, Nebenanlagen und Fahrbahn neu gebaut. Die Kosten betrugen über
200.000 Euro. Am 1. Juli feierten die Anlieger der Oberreißener Straße und die Bauleute auf dem Plan ein Straßenfest. Landrat Münchberg war als Gast zugegen.
Im Spätsommer erhält die Ortsverbindungsstraße Oberreißen – Willerstedt nach Sicherungsarbeiten am Straßenrand eine neue Decke, die mit einem neuen Verfahren aufgebracht wurde. Danach wurde die gesamte Straße umgewidmet und gehört jeweils bis zur Flurgrenze den Gemeinden/Ortschaften Oberreißen und Willerstedt: Der Landkreis war eine Last los.

 

Quellen:

Klaus Günzel: Der Wiener Kongress … ISBN 3733802012
Klaus Günzel: Das Weimarer Fürstenhaus. Eine Dynastie …
Gemeindepanorama Willerstedt 1110 – 2010
Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden: Karte des „Amtes Eckardtsberga“ von 1757

Walter Ladensack